Dolce Vita im Dreck Norditaliens
- Sushi#953

- vor 2 Stunden
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Fühlen wie im MX- Himmel in der Mitte von Europa, in der Lombardei, Italien
Ein jeder der gerne mit seinem Zweirad im Dreck Kreise fährt hat schon einmal Vlogs gesehen oder von Kollegen Geschichten aus dem MX Himmel in Italien gehört, nähe Mailand, im Umkreis von 30km gibt es hunderte Strecken. Tatsächlich sind dies keine Märchen aus dem Pauler Garten sondern wahre Begebenheiten.
Also Anfang des Jahres den MX Freundeskreis scharf gemacht, recht einfach eine Woche ausgemacht, Anfang April 11.-19.04, und 7 Zusagen zur Traumreise in die Lombardei erhalten. Kurz abgestimmt welche Strecken man anfahren will, und gewöhnt euch dran das solche Pläne nie lange halten, es kam wie einmal anders als geplant.
Abfahrt nach Italien - Viele Wege führen nach Rom... ähm Mailand
Die Startpunkte, Velbert, Mönchengladbach, Hükeswagen und Altenessen haben sich alle früher oder später auf der A5 gekreuzt. Dann geht es bis an die Schweizer Grenze, also vorher noch fix eine Vignette für 48€ gekauft, wenn man gut in der Vorbereitung ist, kann man dies auch Online erledigen. Der Weg durch die Schweiz ist teurer, durch die Vignette, dadruch aber auch knappe 1,5h pro Strecke kürzer. Wenn ihr das dann zweimal im Jahr macht, macht das dann auch schon eine Ersparnis von 6h ;)
Etwas ungewohnt in Schritttempo durch die Grenzstation zu fahren, Leute mit MP's und bösen Blick mustern einen, und man verhält sich so unauffällig wie möglich, was ja sinnfrei ist, weil man hat ja nicht zu befürchten, aber nunja.
Durch das Maulwurf Paradies Schweiz durch (die können Tunnel bauen, das ist verrückt!) erhält man einen nach dem 17km langen Gotthardttunnel schon einen kleinen Vorgeschmack Italiens. Alles vor nordlich dem Gotthardt ist von der Bauweise der Häuser, der Beschriftung der Schilder, der Leute sehr Deutschland ähnlich. Südlich vom Gotthardt ist die Welt auf einmal auf italienisch gestellt. Ein Traum und Abschnitte der A2 erinnern an Szenen aus der Modellbahn Landschaft aus Opa's Keller.

Der Grenzübertritt Schweiz- Italien erfolgt auch wieder durch einen Grenzposten, und wie sollte es sein, der italienische Grenzschützer war angetan vom Schnurri-Racing Raumgleiter mit mir und Sky auf der Sitzbank. Kurz zwei Unterschriften da gelassen und weiter ging's. Von der Grenze aus sind es noch ca. 100km bis zum ersten Ziel. Über schlechte Maustraßen und einer Verkehrsordnung die sehr überraschend ist und Platz für Intrepretationen lässt, haben wir unfallfrei den ersten Tempel des MX Himmels erreicht, Ottobiano.
Im Paradies Ottobiano unter Wasser, Gummistiefel und Bierchen anstelle von MX Stiefel und Isotonischen Getränken
Da Rommeck, Tommi, Valli und Tim schon einen Tag früher angereist waren, konnten die Jungs den sonnigen Sonntag schon nutzen um ein paar schnelle Runden auf der Nazionalen und GoPro Strecke zu drehen.


Der Montag war wie die Vorhersage schon vermuten lies, nass und Mike, Nick, Rene und ich konnten uns von der anstrengenden Anreise erholen, super...
Wenn man nicht fahren kann, sitzt man eben gemütlich zusammen, erzählt aus alten Tagen, den 9 Leben die man schon auf einem Bike verloren hat und hat die ein oder andere Pennergranate auf dem Tisch stehen. Der Zeit verliegt bei den ganzen Unterhaltungen gegen 0130h haben alle die nötige bettschwere und fallen ins Bett.
Der Dienstag sieht wetttertechnisch nicht viel besser aus. Ottobiano hat am vormittag keine Strecke geöffnet und durch die vielen Wassermassen aus dem Himmel, wird gegen Nachmittag nur die Nazionale geöffnet.
Natürlich gibt es nur einen unvernünftigen in der Gruppe der sich 'nen Tickt und sich den Matsch antut... dreimal dürft ihr raten wer das war... genau, ich.
Also zur Kasse Ticket gekauft, eben die Sandpelle in die RMZ geworfen, Schutzkleidung angelegt und abfahrt!
Was eine Sche*e. Die Sandstrecke noch viel zu nass, viel zu tief und sehr schwer fahrbar. Das ist keine Selbsteinschätzung, es waren auch Profis dort, bei denen das auch nicht so easy aussah und der Klang der 125er Smoker war nicht ganz deckungsgleich mit der zu beobachtenden Geschwindigkeit.
Also erste Runde die RMZ schon bis zur Mitte Radachsen eingebuddelt, der Hobel stand von alleine... Nach 10 Minuten habe ich den Hobel auch frei gebuddelt und bin erstmal wieder zum Bus gefahren, war doch irgendwie anstrengend.

Am Ende des Tages waren es ganze 8 Runden und ca. 8 kg Schlamm am Mopped. Zum Glück gibt es an der Strecke für eine schmale Lira Waschplätze. Mopped nach 10 Minuten wieder sauber.
Nach dem waschen ist es immer GANZ wichtig, die Kette zu fetten, sonst gibt es wieder Ärger mit Onkel Tommy!
Fahrtraining im Dornoland mit ehemaligem MX2 - Weltmeisterschaftsfahrer Gabriele Arbini
Morgens in Ottobiano alles Zelte abgerissen, in den Bus geschwungen und Richtung Dornoland gestartet. Dort hatten Mike und ich bei dem ehemaligen MX2-Piloten Gabriele Arbini Fahrerlehrgang gebucht. Kennengelernt haben wir Gabriele letztes Jahr, als Mike ihn im Shop der Strecke einfach angesprochen hatte, da er eine Frage zu einem Produkt hatte und sich rausstellte das er dort Ridingcoach ist und kein Verkäufer.
Der Kerl hat ein super Auge was Linienwahl und Haltung auf dem Crosser angeht.
Oft sind es nur Kleinigkeiten die aufgefallen sind, zum Beispiel das der Oberkörper bzw. der Kopf etwas weiter nach vorne soll, das dieser auf Höhe des Lenkers ist. Das man beim Beschleunigungen des Sportgerätes die Schultern runter zieht um sich mit dem Rücken in Position zu halten und um die Arme zu entlasten.
Auf wenn die Strecke morgens immer super präpariert ist, haben sich einige Bremswellen und Spurrillen schon 2h nach Öffnung der Strecke reingefahren.
Der Ablauf des Trainings war auch simpel, "half an hour ride, half an hour stop", klar, sicher, wer kann das ganze nicht über 6h durchhalten... Nach 4h haben Mike und ich dann gesagt, das wir K.O. sind, dann waren Konzentration und Kraft auch nahe dem Ende.
Die restliche Zeit sind wir dann mit der Rasselbande noch ein Paar Runden gefahren.
Parallel zu dem Fahrtraining hat sich Joel das erste mal auf einen Crosser gesetzt. Gut in Dorno ist es, dass man sich vor Ort auch Crosser leihen kann. Großkotzig wurde ihm Voraus schon angebracht "Crossen kann nicht so schwer sein, eine Runde Grevenbroich ist locker drin". Nach den ersten Runden auf einer 125er Yamaha auf dem Easy Track wurden die Aussagen schon ein wenig gedämpfter. Als sich die Strecke bis kurz vor Ende ein wenig geleert hat, ist Joel mit Valli noch ein paar Runden auf der "Großen" Strecke gefahren. Für das erste mal auf einem Crosser und auf einer Crossstrecke sah das schon richtig gut aus!
Alles in allem sollte das eine gute Vorbereitung für den Führerschein sein, den Joel noch machen muss!
Nach dem Heldenbier, was wir uns alle nach dem Tag verdient haben, wurden die Moppeds wieder verladen und es ging weiter zur nächsten Strecke!
Chieve - eine Autobahn mit Hügeln!
Vierter Tag der Reise und angekommen an der dritten Strecke Motocross Chieve!
Ein Super Fahrerlager, Platz ohne Ende mit Sanitäranlagen die so lala sind. Egal, wir sind zum ballern da nicht für Wellness!

Auch wenn es erst der zweite Tag auf dem Bock ist, hat man hie rund da schon Anzeichen von Muskelkater gespürt. Egal, nach dem Aufwärmen haben wir und als Pulk Richtung Streckenauffahren gemacht. Schon leicht eingeschüchtert durch einen Ducati Fahrer der schon seit 30 Minuten seine Runden dreht, haben wir uns auf gemaht um die Strecke zu erkunden.
EIne sehr breite, flüssige Strecke mit tollen Sprüngen. Ich weis nicht wie es bei euch ist, mir jedenfalls machen die Absprünge und Landungen in Deutschland immer am meisten Angst. Ausgebrochene Absprungkanten, sehr steile Landungen, entweder es kick einen beim Absprung nochmal nach oben, oder man springt zu kurz, landet auf der hinteren Kante des Table und macht noch eine Sprung ins flat. Dort waren herrlich lange und flache Landungen, bei denen man sich gut an den richtigen Speed rantasten konnte ohne Angst zu haben!

Nach dem Einfahren und Warmfahren, wurden die SchnurriBoxen ausgepackt und es ging auf die Jagd nach Rundenzeiten! Also wurde nur mehr nur auf Rundenanzahl gefahren sondern auch auf Bestzeit. am Abend wurdne dann auf den Smartphones die Rundenzeiten verglichen und die Reihenfolge war folgende:
Nick
Valli
Rommek
Tommy
Tim
Sascha
Mike
Joel
Wo der Nick uns die Sekunden angenommen hat, werden wir in einem späteren Blog noch einmal genau unter die Lupe nehmen! Jedoch geht es vorher zum letzten Stopp des Trips nach Crotta d'Adda.

Letzter Stopp - Crotta d'Adda
Die letzte Strecke die angefahren wird, ist natürlich auch die südlichste. Ist natürlich nciht das sinnigste und es war auch nicht unsere mangelhafte Planung Schuld. Tatsächlich muss man immer schauen, welche Strecke an welchem Tag geöffnet hat. Die Strecke von Crotta d'Adda ist klein, winklig und technisch etwas herausfordernder als die anderen Strecke die zuvor gefahren wurden. Morgens war die Strecke ein Traum, nach erstweiligem suchen des Ticketbüros, sind auf die vierte Strecke in fünf Tagen gefahren. Alle haben sich gut gefühlt, kamen gut in den Flow und vor dem Mittag gab es dann die ersten Startversuche. In einer Reihe mit Valli, Tim und Mike ging es dann in den ersten Start. Was soll man sagen, manche hatten das Ziel als erste in die erste Kurve einzubiegen, andere wollten einen von der Karre fahren.
Nach dem Mittag waren sich alle einig das wird den letzten Tag auch noch dort fahren werden und von dort aus auch die Heimreise antretten werden.
Dieses Zigeuner Leben ist auf Dauer, auch wenn es nur eine Woche ist, echt anstrengend, den ganzen Tag den Bock durch den Dreck prügeln, die Moppeds und den eigenen kadaver frisch halten, Moppeds verstauen, 30-40min zur näcshten Strecke fahren, alles wieder ausladen und pennen gehen.

Wiederholungsgefahr? -Definitiv!
7 Tage, 5 Fahrtage, 4 Strecke das in Kombination mit 7 unfassbar tollen und lustigen Reisebegleitern kann man nur wiederholen wollen!
Es wurde unfassbar viel gelacht, sich über die Strecken, die Motorräder und die Fahrtechnik ausgetauscht. Man hat Menschen näher kennengelernt die man oft nur an einem Samstag für ein paar Stunden gesehen hat und auch viele neue Leute kennengelernt! Das alles zusammengefasst lässt die 11h Anreise und knappen 1000km wie im Flug vergehen.
Also wann fahren wir wieder hin?




