Gastbeitrag: Vom ersten Date zur großen Liebe – Mein Einstieg in die Pitbike-Welt
- sperlinganton
- vor 16 Stunden
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Ein Gastbeitrag von Anton Sperling
Tach allerseits! Ich bin Anton, leidenschaftlicher Motorradfahrer, und das hier ist die Geschichte meines Pitbike-Werdegangs. Gespickt mit Fahrberichten, Erlebnissen aus der Werkstatt und meinen ganz persönlichen Erfahrungen aus über einem Jahr auf den kleinen Maschinen.
In unserer Renn-Clique gab es schon eine ganze Weile Aufrufe, mal Pitbiken zu gehen. Aus diversen Gründen hat sich das lange nicht ergeben – der eine hat Rücken, der andere ist zu schwer für die Teilnahmebedingungen und der Nächste verbringt seine Zeit am Wochenende lieber anders. Doch im Oktober 2024 war es endlich so weit: Drei furchtlose Racer machten sich auf den Weg in eine Indoor-Halle nach Gevelsberg, um das Ganze mit Leihbikes auszuprobieren.
Das erste Date auf dem Pitbike
Da wir auf den großen Bikes auch nicht unbedingt zu den absoluten Top-Fahrern gehören, haben wir uns vernünftigerweise für die langsamste Gruppe entschieden. Kurze Einweisung, Probesitzen – fühlt sich nach Spaß an.
Dann ging es los. Schon in der ersten Kurve schrie alles in mir: „Was ist das denn?!“ Das hatte mit dem mir bekannten Motorradfahren ungefähr so viel gemeinsam wie ein V02 Rennslick mit einem Vanilleeis. Nach einigen Turns und einer minimalen Eingewöhnungszeit berührte das Knie dann aber doch für den Bruchteil einer Sekunde den Boden. Ab diesem Moment war ich voll angefixt!

Da ich bei diesem ersten Event bedingt durch Gruppenwechsel verschiedene Leihbikes fahren musste, war mir auf dem Rückweg sofort klar: Um richtig in den Flow zu kommen und sich an das völlig neue Fahrgefühl zu gewöhnen, brauche ich ein eigenes Gerät.
Die Beschaffungskrise und mein „Schatz“
Nachdem ein Kollege bereits am nächsten Tag ein eigenes Pitbike gekauft hatte, begann für mich die Suche. Die Preise auf dem Gebrauchtmarkt waren intensiv, und ich wollte nicht direkt 2.000 Euro für ein Neufahrzeug plus nötige Updates in die Hand nehmen. Mein Ziel war ein Bike für die regionalen Karthallen, idealerweise mit einem 155er oder 160er Motor, da diese über einen vollwertigen Ölfilter verfügen.
Nach Tagen der Onlinesuche fand ich in den Kleinanzeigen den heiligen Gral: Eine IMR 155 mit nur drei Betriebsstunden zu einem sehr fairen Preis. Beim Besichtigungstermin stellte sich heraus, dass der Verkäufer ein ehemaliger IDM-Fahrer war, der das Bike in Spanien gekauft und mit einem offenen Zubehör-Auspuff ausgestattet hatte. Für ihn hatte die 155er auf den spanischen Strecken zu wenig Leistung, weshalb sie vier Jahre lang in seiner Werkstatt stand. Kurze Probefahrt – das Ding sprang sofort an, der Sound war ohrenbetäubend, und ich war verliebt. Bezahlt, ins Auto geladen und ab nach Hause.
Die Eckdaten meines Neuzugangs:
IMR mit ZS155 Motor (Baujahr 2019)
Handguards montiert
Zubehör-Abgasanlage
Semi-Slick Bereifung
Sonst absoluter Originalzustand... bis dahin.
Schrauben, Fluchen, Drucken: Der erste Aufbau
Bevor es richtig auf die Strecke gehen konnte, stand ein großer Service an. Wer schon mal an großen Motorrädern geschraubt hat, muss sich bei Pitbikes an die etwas rustikalere Verarbeitung gewöhnen. Ich nahm mir die Gabel vor, wechselte das Öl und optimierte die Passungen, wo es nur ging.
Um das Fahrwerk und die Haltbarkeit zu verbessern, orderte ich diverse Teile: Titan-Ventilteller mit harten Federn, einen flacheren Lenker, Achsprotektoren, Catchtanks, eine magnetische Ölablassschraube und vieles mehr. Besonderen Respekt hatte ich vor dem Tausch der Ventilfedern – aber mit Youtube-Tutorials und einem selbstgedruckten Spezialwerkzeug aus dem 3D-Drucker war auch das machbar.
Da mir das Original-Setup nach den ersten Fahrten auf Dauer zu anstrengend für die Hände war, rüstete ich die Vorderradbremse auf eine Formula-Bremse mit 220mm Scheibe um. Die Fußrasten wurden gegen modifizierte, klappbare Rasten aus Kunststoff getauscht. Zusätzlich konstruierte ich am CAD-Programm eigene Anschlagbegrenzer aus flexiblem TPU und druckte diese mit meinem 3D-Drucker aus. Ein bisschen Comic-Style-Folierung drauf, und mein Custom-Pitbike war bereit für die große Bühne.
(Lest im zweiten Teil, wie sich das Bike auf verschiedenen In- und Outdoor-Strecken schlug und warum das Intensivtraining bei Schnurri-Racing mein absolutes Highlight des Jahres wurde!)













